Erfahren Sie, wie sich ein offener Biss auf Kauen, Sprechen und Mundgesundheit auswirken kann und wann der beste Zeitpunkt für eine Korrektur ist.

In diesem Artikel erklären wir, was ein offener Biss ist, welche Ursachen er hat und wie er behandelt werden kann – mit einem differenzierten Ansatz für Kinder und Erwachsene, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und klinischer Erfahrung.

Was ist ein offener Biss?

Ein offener Biss ist eine der häufigsten Zahnfehlstellungen in der Kieferorthopädie und zeichnet sich durch das Fehlen von Kontakt zwischen Ober- und Unterkieferzähnen aus, meist im Frontzahnbereich. Auch im hinteren/seitlichen Bereich des Gebisses kann ein offener Biss auftreten, wodurch eine sichtbare Lücke zwischen den Frontzähnen entsteht. Obwohl oft nur die ästhetische Beeinträchtigung des Lächelns im Vordergrund steht, kann ein offener Biss wichtige Funktionen wie Atmen, Kauen, Schlucken und Sprechen beeinträchtigen.

Was sind die Hauptursachen eines offenen Bisses?

Kindliche Mundgewohnheiten

Bestimmte Verhaltensweisen in den ersten Lebensjahren, wie beispielsweise die langfristige Verwendung von Schnullern und Daumenlutschen, werden häufig mit der Entwicklung dieses Zustands in Verbindung gebracht.

Mundatmung

Die Nasenatmung fördert die korrekte strukturelle und funktionelle Entwicklung des Gesichtsschädels. Bei der Mundatmung werden die Lippen leicht geöffnet, um den Lufteintritt durch den Mund zu erleichtern. Es kommt zu einer stärkeren Rotation des Unterkiefers nach unten und hinten, was das Herauswachsen der hinteren Zähne und ein übermäßiges Alveolarwachstum ermöglicht, wodurch der offene Biss entsteht. Die Nervenendigungen der Nasengänge werden nicht stimuliert, und es erfolgt keine Entwicklungsreaktion von ihnen und den Kieferhöhlen.

Die Zunge senkt sich in die Mundhöhle ab und nimmt eine tiefe, nach vorn gerichtete Position ein, oft zwischen den Zahnbögen. Der Gaumen wird tief und hochgewölbt, und der Zahnbogen verengt sich.

Weiche und pürierte Kost

Kauen ermöglicht die notwendigen Bewegungen für das physiologische Schlucken, erfordert Atemkoordination und bereitet die Mundmuskulatur auf das Sprechen vor.

Veränderungen der orofazialen Motorik
Veränderungen der Zungenposition und -dynamik, Fehllage der Zunge in der Mundhöhle, veränderte Zungenbeweglichkeit, ein kurzes Zungenbändchen und Schlucken mit Zungenzwischenlage, auch bekannt als infantiles Schlucken

Offener Biss: Auswirkungen darüber hinaus Ästhetik

Obwohl die ästhetische Veränderung offensichtlich ist, reichen die Folgen eines offenen Bisses weit über das Aussehen hinaus.

Veränderungen beim Kauen

Ein ausgeglichener Biss ermöglicht die korrekte Verteilung der Kräfte beim Kauen. Bei einem offenen Biss ist diese Verteilung unregelmäßig, und die Kaueffizienz kann beeinträchtigt sein, insbesondere das Zerkleinern der Nahrung bei frontalen offenen Bissen.

Sprachschwierigkeiten

Die Sprachentwicklung ist mit der korrekten anatomischen und funktionellen Entwicklung des stomatognathen Systems verbunden. Es besteht eine Hierarchie im Spracherwerb, die auf der Muskelaktivität durch das Saugen, insbesondere Stillen, und das Kauen basiert. Das muskuläre Gleichgewicht des stomatognathen Systems steht in engem Zusammenhang mit der Position von Zähnen und Zunge und beeinflusst die Artikulation von Lauten.

Veränderungen in diesem Verhältnis können die Aussprache beeinträchtigen, insbesondere bei bestimmten Phonemen, sowie die Sprachentwicklung und den Spracherwerb.

Mundatmung
Bei einem offenen Biss liegt die Zunge in Ruhe normalerweise tief und nach vorn positioniert.